Wie ich bereits erzählt habe, war meine Mama alleinerziehend
und versuchte alles zu machen, damit es uns gut geht. Obwohl wir sehr sparsam
waren und meine Mama sich nichts gönnte, Hauptsache wir (Meine Schwester Bequi
und ich) hätten alles Nötige, wurde es einmal finanziell sehr knapp. Das lag
daran, dass mein Vater mehrere Monate keinen Unterhalt gezahlt hatte und das
Geld irgendwann komplett aufgebraucht war. Der Monat war noch nicht rum, aber
das Geld wurde jetzt gebraucht. Meine Mama erinnerte sich an den Vers:
„Gott lässt den Hunger der Frommen nicht ungestillt […]“ Sprüche 10, 3
Also nahm sie Gott beim Wort und erinnerte ihn an seine
Verheißung. Sie bat ihn, wenigstens 50€ abheben zu können, um einen
Wocheneinkauf zu machen. Sie betete auch mit Bequi und mir gemeinsam, damit wir
lernen könnten, was gelebter Glaube bedeutet. Im Vertrauen ging sie zur Bank
und steckte ihre Karte in den Automaten. Was wurde angezeigt? Ihr Kontostand
betrug 1000€. Wie sollte sie das jetzt deuten? Wollte Gott ihr damit sagen: „Du
hast mich um wenig gebeten. Ich gebe dir mehr.“ Oder war es vielleicht ein
Test? Wollte Gott sehen, ob sie gierig wird, wenn sie in Geldnot ist und sie
die Möglichkeit hätte, mehr Geld abzuheben? Wie hättest du dich entschieden?
Sie entschied sich dafür, nur den Betrag abzuheben, um den sie gebeten hatte.
So hob sie 50€ ab und konnte die Dinge einkaufen, die sie sich vorgenommen
hatte.
Dieses Erlebnis ließ sie nicht los und sie wurde so
neugierig, wie das mit den 1000€ möglich war, dass sie nach dem Einkauf wieder
in die Bank ging. Ein zweites Mal steckte sie ihre Karte in den Automaten und
der Kontostand sah aus, wie vor dem Gebet – auf Null. Wo war das Geld jetzt?
Hatte jemand versehentlich Geld auf ihr Konto überwiesen und es dann wieder
zurückgeholt? Diese Fragen brannten ihr so auf den Nägeln, dass sie beschloss
einen Mitarbeiter der Bank danach zu fragen. Dieser erklärte ihr nur, dass
niemand sein Geld irgendwohin überweist und es dann einfach so wieder
zurückholen kann; auch nicht versehentlich. Durch dieses Gespräch wurde ihr umso
bewusster, was für ein Gott gerade vollbracht hatte.
Als Kind zu erleben, wie Gott für uns sorgt, hat meinen
Glauben sehr gestärkt! Gott hatte keinem anderen Menschen das Geld weggenommen,
um es meiner Mama zu geben, sondern er hat ihr einfach welches zur Verfügung
gestellt. Gott benötigt keine menschlichen Wege, um unsere Gebete zu erhören.
Unser Problem ist, dass wir Vieles menschlich erklären wollen, doch es ist gut,
dass es nicht immer möglich ist, denn sonst relativieren wir das, was Gott für
uns macht. Klar greift er manchmal auf menschlich erklärbare Wege zurück, aber er
ist nicht davon abhängig, denn er kann uns alles geben, weil ihm ALLES gehört.
„Gott lässt den Hunger des Fromen nicht ungestillt, aber die Gier der Gottlosen stösst er zurück.“
sprüche 10,3
@allglory_togod