Dieses Mal möchte ich zwei Erfahrungen erzählen, die sehr ähnlich sind. In beiden Fällen habe ich etwas vermisst. In der ersten Erfahrung habe ich meinen Rucksack vergessen, in der zweiten ist mein Handy verschwunden. In beiden Fällen hat Gott mein Gebet erhört und die Sachen wieder zu mir geführt.
Rucksack
Nach der Pfadfinderstunde, die bei uns in der Gemeinde stattfand, fuhren wir immer mit der Straßenbahn nach Hause. Wir warteten an der Haltestelle und unterhielten uns. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich mein Handy in meinen Rucksack legte, damit ich es nicht verliere. Meine Schwester Bequi und ich stiegen in die Straßenbahn ein und fuhren nach Hause. Unterwegs fiel mir auf, dass ich meinen Rucksack an der Haltestelle liegen ließ. Darin befanden sich Geldbeutel, Handy und Fahrkarte. Alles sehr wichtige Sachen. Gott sei Dank, dass kein Kontrolleur einstig und meine Fahrkarte verlangte. Ich kehrte an die Haltestelle zurück, aber der Rucksack war nicht mehr da. Wir riefen bei der Zentrale für Fundsachen in öffentlichen Verkehrsmitteln an, um zu wissen, ob etwas abgegeben wurde, aber vergeblich. Auch im Fundbüro wurde kein Rucksack abgegeben. „Vielleicht hatte ihn jemand mitgenommen und konnte ihn noch nicht abgeben“ dachte ich und rief an den folgenden Tagen erneut an. Wieder nichts. Ich war enttäuscht, dass ich nicht genug auf meine Sachen aufgepasst hatte und fragte mich, warum Gott mein Gebet nicht erhört, wenn die Sachen so wichtig sind. Als die Woche verging und ich früher in die Gemeinde ging, um mit dem Lobpreis-Team zu üben, sah ich meinen Rucksack im Gottesdienstraum. „Wie kam der denn hier her?“ Die Person, die aufschloss war es nicht, wir waren die Ersten, unter der Woche war niemand da und außerdem waren Bequi und ich eine Woche zuvor die letzten an der Haltestelle. Alle anderen waren schon weg. Wer würde wissen, dass es mein Rucksack ist? Und wer würde ihn dann hier in die Gemeinde bringen? Diese Fragen blieben ungeklärt, denn niemand hatte ihn gefunden. Also ist meine Antwort, dass Gott ihn auf wundersame Weise in die Gemeinde brachte. Keiner hatte meine Sachen geklaut, wie zuerst vermutet oder gefunden, denn abgegeben wurden sie nicht. Gott hatte auf sie aufgepasst und sie mir wieder zurückgegeben. Als ich das begriff, kam ich nicht mehr aus dem Staunen raus.
Handy
Ende der siebten Klasse war ich auf Klassenfahrt. Wir waren in einer Jugendherberge des Ortes Singen untergebracht, in der Nähe des Bodensees. Mit drei Freundinnen teilten wir uns ein Zimmer und hatten eine schöne Zeit. Um die wichtigen Sachen nicht zu verlieren, legten wir unsere Wertsachen auf dem Tisch und ließen sie in der Jugendherberge zurück. Als die Klassenfahrt vorbei war und wir unsere Koffer gepackt hatten, wollte ich meine Wertgegenstände in die Handtasche stecken. Wo war denn nun mein Handy? Vor einigen Stunden lag es noch dort und ich hatte es nicht benutzt. Keiner ist in unser Zimmer gekommen und keiner hatte es genommen. Das war komisch, aber ich hatte auch keine Erklärung dafür. Wir suchten überall im Zimmer und in der Jugendherberge. Letzten Endes räumten wir meinen Koffer, meinen Rucksack und meine Handtasche komplett aus und suchten zu Viert nach meinem Handy. Alles wurde sorgfältig durchsucht, aufgefaltet, wieder zusammengefaltet und erneut eingeräumt. Trotzdem gab es von dem Handy keine Spur. So fuhren wir zurück nach Hause und ich überlegte unterwegs während der ganzen Fahrt, wie ich es meiner Mama sagen soll, dass mein Handy weg sei. Zu Hause angekommen, begrüßte ich meine Mama und ging direkt in mein Zimmer. Dort betete ich zu Gott, dass er mein Handy irgendwie in meine Sachen lege. Ich war mir nicht sicher, ob er es machen würde, aber ich glaubte fest daran, dass er es machen könnte, wenn er wollte. Dann beschloss ich meine Sachen auszupacken und direkt als ich in meinen Rucksack griff, zog ich mein Handy aus der vorderen kleinen Tasche heraus. In dem Moment wusste ich, dass Gott ein Wunder für mich vollbracht hatte, denn in dieser kleinen Tasche hatte sich das Handy nicht befunden. Es hätte auch keiner an meinen Rucksack gehen können, um das Handy wieder reinzulegen, falls es ein Scherz oder Diebstahl gewesen sein soll, denn ich hatte den Rucksack die ganze Fahrt lang zwischen meinen Füßen liegen.
Gott überrascht mich immer wieder aufs Neue, denn obwohl die Bitte, mir meine Sachen zurückzubringen eine Kleinigkeit, im Vergleich zur Heilung von einer schlimmen Krankheit ist, erhört sie Gott trotzdem. Gott stärkt auch mit kleinen Erfahrungen. Indem er aber diese „kleinen“ Erfahrungen zulässt, werden sie für mich umso größer, weil sich Gott auch für solche banalen Dinge in meinem Leben interessiert. Er kann das Unmögliche zu seiner Ehre möglich machen!
„Alle Dinge sind möglich dem,
der da glaubt.“
Markus 9,23
@allglory_togod