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#1 – Mein Onkel als Opair-Mädchen

Schon fast immer bestand meine kleine Familie aus meiner Mama (Noemi), Schwester (Bequi) und mir (Ale). Mein Vater hatte beschlossen eine neue Familie zu gründen und so versuchte meine Mama beide Rollen der Eltern einzunehmen und zu erfüllen, damit es uns an nichts fehlt. Da sie jedoch studierte, merkte sie, dass ihr die Zeit fehlt und sie Hilfe bei der Kinderbetreuung von meiner jüngeren Schwester und mir gebrauchen könnte.

Also überlegte sie, ob ein Au-Pair Mädchen die Lösung sei. Ihr wurde schnell klar, dass sie nicht irgendeine Person aus irgendeinem Land wollte, sondern, dass wir in unserer zweiten Muttersprache spanisch gefördert werden sollten. Zumindest war das ihr Wunsch. Am liebsten hätte sie jemanden ihrer Geschwister aus Peru geholt, dann könnten wir jemanden aus der Familie kennenlernen und sie wüsste, dass sich die Person zuverlässig um uns kümmern würde. Zudem wollte sie, dass wir durch eine vertraute, familiäre und vor allem christliche Erziehung geprägt werden. Die Frage war aber: Was das überhaupt möglich?

Noemi recherchierte viel und betete, in der Hoffnung, dass es möglich wird. Gott ist so gut, denn er schenkte es, dass ihr jüngster Bruder, kommen konnte. Wir haben uns so sehr darüber gefreut, dass er kam und genossen die Zeit sehr.

Es waren viele schöne und lustige gemeinsame Momente dabei… bis die Krebsdiagnose meiner Schwester kam. Inzwischen war das Au-Pair-Jahr fast abgelaufen und das Ausläneramt wollte, dass der Onkel (der Moche genannt wurde) wieder zurück nach Peru fliegt. Doch ausgerechnet jetzt war die Familie  mehr als zuvor auf Hilfe angewiesen. Bequi war mittlerweile im Krankenhaus, sodass Noemi viel bei ihr sein musste. Sie brauchte jemanden, der Ale zum Kindergarten bringt, betreut, Essen kocht und alles, was sonst noch im Haushalt anfiel. Wieder stellte sich die Frage, ob der weitere Aufenthalt genehmigt werden würde. Erneut gingen sie intensiv ins Gebet. Nach langem Kämpfen und Beten wurde Moches Aufenthalt um fast ein weiteres Jahr verlängert.

Da Moches erster Flug vertrich und nicht umgebucht wurde, musste nun die Familie selbst für die Kosten aufkommen. Aufgrund der Krankheitssituation von Bequi war es jedoch finanziell etwas knapp, sodass kein Flug hätte bezahlt werden können. Eine Mitarbeiterin der Kinderklinik fragte Noemi, ohne die finanzielle Lage zu kennen, ob sie schon die finanzielle Unterstützung für Familien mit kranken Kindern in Anspruch genommen hätte. Da sie zuvor nicht von der einmaligen Zuwendung der Krebsstiftung gehört hatte, lautetete die Antwort „Nein“. Sie beantragte diese Hilfe und war einfach nur darüber erstaunt, wie gut Gott ist, als sie den Betrag auf ihrem Konto sah. Der Flug, den sie in Sicht hatte, kostete auf den Cent genau den Betrag, den sie überwiesen bekam.

Fazit

Jedes Mal, wenn ich daran denke, bekomme ich Gänsehaut. Gott weiß genau, was wir brauchen und gibt es uns auch. Obwohl es untypisch ist, dass die Familie als Au-Pair geholt wird, wurde Moche zugelassen. Gott ermöglichte, dass meine Schwester während seines Aufenthaltes erkrankte und nicht danach, sodass jemand bei mir war. Gott kennt die Zukunft und sorgte vor, indem mein Onkel da sein konnte. Er ermöglichte auch, dass Moche länger blieb, obwohl der Aufenthalt eines Au-Pairs nie verlängert wird. Meine Mama hatte während dieser schweren Zeit einen Glaubens- und Gebetskämpfer an ihre Seite. Und für all dies bin ich Gott unfassbar dankbar!

„Bittet, so wird euch gegeben … denn wer da bittet, der empfängt.“

Matthäus 7, 7.8

@allglory_togod